Pressemitteilung

Acht Millionen Kubikmeter großer Wasserspeicher

Klimaschutzmanagerin Lisa Flender und Lothar Brosowski (Stadtwerke Altena) beim Messen der Temperatur am Zufluss der Talsperre „Horringhauser Bach“

Weltwassertag der UNESCO unter dem Motto „Naturbasierte Lösungen für Wasser“

Fragt man Altenas Bürgerinnen und Bürger nach dem größten Wasserspeicher ihrer Stadt, erhält man mit hoher Wahrscheinlichkeit nur eine Antwort: die Fuelbecke-Talsperre. Mit einem Fassungsvermögen von 0,7 Mio. Kubikmetern ist sie das mit Abstand größte technische Bauwerk für die Trinkwassergewinnung der Burgstadt. Die von den Stadtwerken Altena betriebene Anlage greift bei der Wasseraufbereitung jedoch nicht nur auf modernste Technik unter der Aufsicht qualifizierter Mitarbeiter zurück, sondern bedient sich auch eines weiteren Helfers. Denn bereits die sogenannte „Grüne Infrastruktur“ leistet dank verschiedenster Ökosysteme einen wesentlichen Beitrag zur Trinkwassergewinnung.

Auf den besonderen Einfluss der Ökosysteme auf das Trinkwasser macht der diesjährige Weltwassertag der UNESCO unter dem Motto „Naturbasierte Lösungen für Wasser“ aufmerksam. Alljährlich, seit der UNESCO Weltkonferenz von 1992, stellen die Vereinten Nationen am 22. März die Bedeutung der Ressource Wasser unter einem besonderen Themenschwerpunkt vor.

Auch bei den Stadtwerken Altena weiß man die Unterstützung der Natur zu schätzen. Marc Bunse, Geschäftsführer der Stadtwerke, verdeutlicht den Nutzen der Ökosysteme in Nachbarschaft der Wassergewinnungsanlagen: „Die natürlichen Filter leisten eine wertvolle Vorarbeit bei der Wasseraufbereitung. So hat das Wasser in der Fuelbecke-Talsperre schon nahezu Trinkwasserqualität.“ Beispielsweise funktioniert das Ökosystem Wald mit seinen Ästen, Zweigen, Blättern, Nadeln und Wurzeln wie ein großer Schwamm und sammelt Niederschläge sowie Feuchtigkeit aus der Luft. Sobald das Wasser im Waldboden versickert, beginnt die Reinigung des gesammelten Wassers. In der Humusschicht werden grobe Verunreinigungen herausgefiltert. Die Wurzeln der Bäume, Pilze und unzählige Kleinstorganismen nehmen Elemente aus dem Wasser auf und bewirken so eine biologische Reinigung. Sogar eine chemische Reinigung durchläuft das Sickerwasser im Waldboden. Wechselreaktionen zwischen Humus und Bodenmineralien trennen Schadstoffe vom durchlaufenden Wasser. In endlosen kleinen Kanälen und Hohlräumen speichert der Waldboden schließlich das vorgereinigte Wasser und gibt es nun langsam in das Grundwasser ab. Bis zu drei Millionen Liter Wasser speichert ein Hektar Waldboden. Bei einer Gesamtfläche von 2.760 Hektar Wald in Altena, immerhin mehr als 60 Prozent des Stadtgebiets, speichert der heimische Wald bis zu etwa acht Mio. Kubikmeter Wasser.

Für Lisa Flender, Klimaschutzmanagerin der Stadt Altena, ist der Genuss des Wassers aus Altena gleichzeitig auch eine komfortable und bequeme Möglichkeit, einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten: „Im Vergleich zu Mineralwasser aus der Falsche entfällt die Herstellung, der Transport, die Reinigung und das Recycling der Flasche, sodass der CO2-Ausstoß bei gleicher Menge für Leitungswasser rund 600mal geringer ausfällt als bei Mineralwasser. So kann man beim Verzehr von einem Liter Mineralwasser pro Tag im Jahr nicht nur Geld, sondern auch ca. 70 kg CO2 einsparen.“