Viele von uns kennen das. Der Moment kommt so plötzlich, obwohl es schon länger ein Gesprächsthema unter allen Kolleginnen und Kollegen ist. Doch dann kommt der Tag – fast schon unerwartet – an dem man in Rente geht.
Am 27. Februar ist der letzte Arbeitstag von Detlef Kalupka, 36 Jahre lang hat er beim städtischen Baubetriebshof in Altena gearbeitet. Sein erster Tag war der 1. Juli 1990, der Aufgabenbereich wird damals direkt die Straßenunterhaltung und Unterhaltung von Mauern und allen möglichen Nebenanlagen. Nur fünf Jahre später wird er bereits Straßenmeister und ist unter anderem für die Einteilung der Kolleginnen und Kollegen zuständig, für Kontroll- und Erkundungsfahrten und natürlich auch für sehr viel Papierkram, Bestellungen und Organisatorisches, wie Vor- und Nachbesprechungen.
Ursprünglich gelernt hatte Detlef Kalupka Maurer und kam nach 13 Jahren und verschiedenen Jobs in der Privatwirtschaft als Meister zur Stadt. Für den Job als Straßenmeister musste er dann noch den „Werkpolier im Straßen- und Tiefbau“ nachlegen, was offensichtlich gut geklappt hat.
„Man ist immer an der frischen Luft.“, betont der erfahrene Kollege, das gefällt ihm und ist ihm auch wichtig. Nur hinter dem Schreibtisch, wo er während des Gesprächs mit dem Stadtsprecher auf dem Bürostuhl sitzt und geduldig antwortet, wäre es ihm doch zu eintönig. Erlebt hat er einiges: „Im Oktober 1998 hatten wir hier ein Hochwasser über vier Meter. 4,10 Meter, da haben wir die Schotten in der Lennestraße bis oben hin gebaut und haben sie dann nochmal mit Kanthölzern aufgekeilt, damit sie noch mehr abhalten, weil das Wasser schon bis oben hin stand.“
Danach ist ihm im Januar 2007 natürlich Orkan Kyrill im Gedächtnis geblieben: „Da hatten wir auch gut zu tun.“, fasst er das Großschadensereignis knapp zusammen. Zuletzt war es das Starkregenereignis am 14./15. Juli 2021, das einschneidend für Detlef Kalupka war. „Da habe ich zum ersten Mal im Bauhof übernachtet! Wir waren ja abgeschnitten, hier kam so viel Wasser runter, die Ausspülungen sind ja noch zu sehen.“, zeigt er auf den Hang, der durch das Bürofenster zu sehen ist. Unter dem Fenster ist ein Vordach für das Untergeschoss: „Das schwamm auf und war fast auf einer Ebene mit dem Fensterbrett!“
Wirklich geschlafen hat er auf dem Boden im ersten Stock in der Nacht nicht, wie viele Altenaer in dieser Nacht, weil schwere Brocken mit den Wassermassen gegen die Mauern des Bauhof-Gebäudes krachten. „Es gab Felsbrocken, die schwammen!“, erinnert sich Detlef Kalupka. Auch, wie das Wasser hinten in das Gebäude reinfloss, zum Abfließen öffnete er die Tür auf der Vorderseite.
Positive Erinnerungen und Erfahrungen verbindet er vor allem mit den Kolleginnen und Kollegen, dem Arbeitsklima – aber auch mit dankbaren Menschen aus der Bevölkerung, wenn der Bauhof eine Maßnahme umgesetzt oder beendet hatte: „Zumindest bis Kollege Koslowski hier angefangen hat!“, scherzt der altgediente Straßenmeister mit einem leichten Lachen.
Denn sein Nachfolger ist Nico Koslowski, ebenfalls Maurermeister und genau so gut im Scherzen, wie sein scheidender Vorgänger. Die beiden schenken sich einerseits nichts, andererseits merkt man den großen Respekt füreinander. Während des Gesprächs war Nico Koslowski zu Detlef Kalupka ins Büro gekommen.
Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Heiko Tölken meistert Nico Koslowski bereits seit einiger Zeit die Straßen im Zuständigkeitsbereich der Stadt Altena und ist froh, dass er noch die Chance hatte, direkt bei Detlef Kalupka um Rat fragen zu können: „Ich werde ihn bestimmt auch noch zuhause anrufen und fragen ‚wie war das nochmal?‘ oder ‚wen muss ich da kontaktieren?‘, sein Erfahrungsschatz ist enorm!“ – „Ich komme auch gern vorbei!“, antwortet der baldige Rentner.
Seine Pläne für den Unruhestand hat er auch schon gemacht. Das Hanggrundstück und das Haus… da hat Detlef Kalupka sich extra Arbeiten für den Ruhestand aufgehoben. Und wenn es wärmer wird, geht es mit dem eigenen Wohnmobil auf Tour. Es gibt auch noch mehr Pläne, die umgesetzt werden wollen.
Dabei wünschen wir Detlef Kalupka bestes Gelingen und viel Spaß, er wird definitiv sehr vermisst werden und das gilt menschlich und fachlich gleichermaßen.
Detlef, bleib gesund und munter und lass dich mal sehen!


