Am Abend des 06. Februar 2026 versammelten sich rund 60 Interessierte in der Aula der ehemaligen Realschule in Werdohl.
Gezielt waren besonders von der angekündigten Sperrung der B236 Betroffene eingeladen worden, um einen aktuellen Stand zur geplanten Maßnahme des Landesbetriebs Straßen.NRW zu erhalten.
Geladen hatten die Bürgermeister der Städte Altena und Werdohl, Guido Thal und Dirk Middendorf, an diesem Abend zudem flankiert durch den Leiter des Ordnungsamts der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde, Herrn Sebastian Putz.
Nach einer kurzen Einführung durch die Verwaltungschefs hielt die Werdohler Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel eine Präsentation über die Planungen des Landesbetriebs Straßen.NRW zur Sanierung der B236 zwischen der Einmündung Höllmecke auf Werdohler Stadtgebiet und Altena-Stortel.
In der Präsentation wurde allen Anwesenden deutlich bewusst, in welchem Umfang die geplanten Arbeiten 2027 stattfinden sollen und welche Einschränkungen durch die damit einhergehende Sperrung auf Anwohnende und Firmen zukommen.
Die Pläne des Landesbetriebs sehen bisher wie folgt aus:
Baumaßnahme 1
- Ab dem Sommer 2026 startet die erste von zwei Baumaßnahmen, im Bereich Werdohl, Höllmecke bis Dresel.
- Die Fahrbahnsanierung beinhaltet unter anderem eine Deckschichterneuerung und vereinzelte Arbeiten an der Tragschicht.
- Etwa ein bis zwei Monate finden Vorarbeiten unter halbseitiger Sperrung mit Baustellenampel statt, als Wanderbaustelle mit Abschnitten von maximal 300 Metern.
- Die Deckenarbeiten müssen unter Vollsperrung an sechs verlängerten Wochenenden stattfinden. Diese sollen, mit Rücksicht auf den Schülerverkehr, freitags um 13:30 Uhr beginnen und bis montags 5:00 Uhr früh andauern. Spätere Markierungsarbeiten finden ebenfalls unter Vollsperrung statt, tagsüber an einem Samstag.
- Es folgen Restarbeiten, erneut als Wanderbaustelle mit maximal 300 Metern Länge.
Baumaßnahme 2
- Diese Baumaßnahme findet in drei Abschnitten statt. Erst zwischen Dresel und Elverlingsen, dann zwischen Elverlingsen und Altena-Stortel.
- Der erste Abschnitt (Einmündung Gewerbegebiet bis Ende Bebauung Dresel) beinhaltet unter anderem eine Deckschichterneuerung sowie Schadstellensanierungen von Binder- und Tragschicht. Die Vorarbeiten mit Wanderbaustelle und Ampel sollen zwei Wochen dauern, die Deckenarbeiten unter Vollsperrung vier verlängerte Wochen in Anspruch nehmen, die Restarbeiten drei Werktage als Wanderbaustelle, dann noch ein Samstag unter Vollsperrung für die Markierungsarbeiten.
- Der zweite Abschnitt (Dresel bis Einmündung Kraftwerk Elverlingsen) beinhaltet neben der Fahrbahnsanierung die Stabilisierung der lenneseitigen Böschung, die Erneuerung von einem Durchlassbauwerk, von 20 Rohrdurchlässen und der Bordsteine. Teilweise muss die Straße bis in eine Tiefe von einem Meter erneuert werden. Zitat Straßen.NRW: „Aus Arbeitssicherheitsgründen - Vollsperrung von 8 Monaten, da auf der kompletten Baustrecke verschiedene Arbeiten parallel erfolgen, um die Bauzeit von 8 Monaten zu realisieren.“ Die Restarbeiten im Randbereich finden als Wanderbaustelle mit Ampel über zwei Monate statt.
- Der dritte Bauabschnitt (Kraftwerk Elverlingsen bis Altena-Stortel) beinhaltet unter anderem die Deckschicht- und Oberbauerneuerung sowie die Erneuerung der Randanlagen. Jeweils vier Wochen dauern die Arbeiten auf jeder Fahrbahnseite, die Deckschicht wird an zwei verlängerten Wochenenden nach beschriebenem Schema eingebaut. Die Restarbeiten als Wanderbaustelle mit Ampel sollen drei Werktage in Anspruch nehmen, die Markierungsarbeiten einen Samstag unter Vollsperrung.
Die angedachten Umleitungsstrecken sind während der Sperrungen sehr weitläufig, von der B236 über die B229 und L691 im Bereich Lüdenscheid sowie die L530 im Bereich Altena wieder zur B236. Es ist ein großer Ringverkehr, der zweifelsohne viel extra Fahrzeit von etwa einer Stunde bedeuten wird.
Bevor die Betroffenen im Anschluss ihre Fragen stellen konnten, betonten die Bürgermeister Middendorf und Thal, dass sie bereits eine Verkürzung der Sperrung von zwei Jahren auf acht Monate erreicht hatten. „Es wird um jeden Tag gekämpft!“ betonte Guido Thal und Dirk Middendorf teilte mit, dass es in den kommenden Wochen einen gemeinsamen Termin beim NRW-Verkehrsministerium gebe, bei dem noch mehr erreicht werden solle.
Nun waren die Bürgerschaft und Firmenvertretenden an der Reihe und stellten ihre Fragen zu den Plänen des Landesbetriebs Straßen.NRW. Themen waren hier unter anderem, wie Häuser und Unternehmen während der jeweiligen Sperrung vor Ort erreicht werden können, ob die Müllabfuhr gesichert ist, wie es mit den Schulbussen laufen soll oder wie man den Einzelhandel in dieser schwierigen Phase unterstützen könne. Neben diesen Fragen und vielen Hinweisen wurden seitens der Anwesenden zudem Ideen und Lösungsvorschläge eingebracht, um die Einschränkungen und Schwierigkeiten für alle so gering wie möglich zu halten.
Trotzdem war klar: Die betroffenen Kommunen haben nur bedingte und geringe Einflussmöglichkeiten auf das Vorgehen des Landesbetriebs Straßen.NRW bei dieser großen Maßnahme.
„Aber wegen Ihrer Sorgen und Hinweise haben wir diesen Abend extra veranstaltet. Wir nehmen das alles mit zum Termin bei Straßen NRW und beim NRW-Verkehrsministerium, um die Schwierigkeiten und Ihre Sorgen dort sehr deutlich zu kommunizieren.“, versprach Werdohls Bürgermeister Dirk Middendorf.
Nachdem alle Fragen gestellt waren, standen die Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter der drei Kommunen Altena, Nachrodt-Wiblingwerde und Werdohl noch für weitere, persönlichere Nachfragen zur Verfügung, bevor der Informationsabend um etwa 19 Uhr endete.
Eine solche Veranstaltung als erfolgreich zu beschreiben fällt allerdings schwer, da der Erfolg davon abhängt, was Ministerium und Landesbetrieb künftig aus den vorgebrachten Sorgen, Problemen und Anregungen der Betroffenen machen.
Doch die Bürgermeister stehen dazu: Es wird um jeden Tag gekämpft!


